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Luftaufnahmen im Landkreis Göppingen & Baden-Württemberg
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Leckortung am Flachdach: Das Wärmebild findet die nasse Fläche, das Loch findet ein anderes Verfahren

Wenn es innen tropft, sind zwei Dinge zu klären, und sie brauchen zwei verschiedene Verfahren: Wie groß ist der durchfeuchtete Bereich, und wo genau sitzt das Leck. Die Thermografie beantwortet die erste Frage großflächig und zerstörungsfrei. Die zweite beantwortet sie ausdrücklich nicht. Wer beide Fragen an dasselbe Verfahren stellt, bekommt entweder ein unbrauchbares Ergebnis oder eine unnötig große Baustelle.

Inspektion und Messung · · 5 Minuten Lesezeit · von

Großes Flachdach aus der Luft in der Abenddämmerung, Bitumenabdichtung mit Kiesflächen, Lichtkuppeln, Lüftern und stehenden Wasserpfützen (KI-erzeugtes Symbolbild)
In diesem Beitrag
  1. Zwei Fragen, die ständig verwechselt werden
  2. Was das Wärmebild beantwortet
  3. Was das Wärmebild ausdrücklich nicht leistet
  4. Die Verfahren, die das Loch finden
  5. Was wir machen, und was wir nicht machen
  6. Die Reihenfolge, die Zeit und Geld spart
  7. Was Sie für den Termin bereithalten sollten
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen und Stand

Zwei Fragen, die ständig verwechselt werden

Ein Wasserfleck an der Decke sagt fast nichts über den Ort des Schadens. Wasser läuft auf der Abdichtung, in der Dämmebene und auf der Tragschale weiter, oft mehrere Meter, bevor es an einer Fuge oder einem Durchbruch nach innen findet. Die Tropfstelle liegt deshalb regelmäßig weit weg vom Loch.

Daraus folgen zwei getrennte Aufgaben. Erstens die Schadensausdehnung: Welche Flächen der Dämmung sind nass, wie viele Quadratmeter sind betroffen, und lohnt eine Reparatur oder braucht es eine Sanierung. Zweitens die Leckstelle: Wo genau ist die Abdichtung offen, damit ein Dachdecker gezielt aufmacht statt großflächig zu suchen.

Die erste Frage entscheidet über Kosten und Angebot, die zweite über den Handgriff. Beide sind wichtig, und kein Verfahren beantwortet beide gut.

Was das Wärmebild beantwortet

Feuchte Dämmung verhält sich thermisch anders als trockene. Die Dachfläche nimmt tagsüber Sonnenenergie auf und kühlt nach Sonnenuntergang ab; durchfeuchtete Bereiche speichern mehr Wärme und geben sie langsamer ab. In den Stunden nach Sonnenuntergang zeichnen sie sich deshalb als warme Felder ab. Die amerikanische Praxisnorm ASTM C1153, aktuelle Ausgabe C1153-23, beschreibt genau dieses Verfahren und nennt boden- und luftgestützte Aufnahmen ausdrücklich als mögliche Wege.

Aus der Luft kommt der eigentliche Vorteil dazu: ein zusammenhängendes Bild der gesamten Dachfläche statt Einzelaufnahmen von der Attika aus. Auf einem Hallendach mit mehreren tausend Quadratmetern ist das der Unterschied zwischen einer Karte und einer Stichprobe. Unsere Wärmebilder sind radiometrisch, der Temperaturwert bleibt je Bildpunkt in der Datei erhalten und lässt sich später am Rechner auswerten und ausmessen.

Das Ergebnis ist eine Flächenaussage: hier ist es nass, dort nicht, und der nasse Bereich ist ungefähr so groß. Genau das braucht ein Angebot, und genau das will eine Gebäudeversicherung sehen.

Was das Wärmebild ausdrücklich nicht leistet

BauNetz Wissen führt die Thermografie unter den zerstörungsfreien Verfahren zur Feuchteortung und schreibt in der Gegenüberstellung zwei Sätze, die man kennen sollte: „Keine punktuelle Leckageortung möglich“ und: es sei ein „Verfahren zur Bestimmung der Feuchtigkeitsverteilung im Dämmschichtpaket“.

Das ist keine Schwäche unserer Kamera, sondern die Natur der Messung. Sichtbar wird gespeichertes Wasser, nicht der Weg, auf dem es hineingekommen ist. Ein zwei Millimeter langer Riss in einer Naht erzeugt kein eigenes Wärmesignal. Er erzeugt einen nassen Bereich, und der kann fünf Meter weiter liegen.

Dazu kommen Bedingungen, ohne die das Bild gar nichts hergibt: ein sonniger Tag vorher, ein klarer Abend danach, eine trockene Oberfläche und wenig Wind. Regen, Tau, stehendes Wasser und Wind gleichen die Temperaturen aus, und das Dach sieht überall gleich aus. Deshalb liegen diese Termine abends und werden kurzfristig bestätigt.

Und es gibt Dachaufbauten, bei denen das Verfahren an seine Grenze kommt. Eine dicke Kiesschüttung oder eine Begrünung liegt als eigene Masse über der Dämmung und verwischt das Signal. Beim Umkehrdach liegt die Dämmung über der Abdichtung, die Logik dreht sich um. Belüftete Aufbauten führen die gespeicherte Wärme ab. In diesen Fällen sagen wir das vor dem Termin, nicht danach.

Die Verfahren, die das Loch finden

Am genauesten arbeitet das Elektroimpulsverfahren, auch EFVM oder Potentialdifferenzmessung genannt. Dabei wird eine Ringleitung auf der Dachfläche verlegt und mit dem Minuspol eines Impulsgenerators verbunden, der Pluspol kommt an die Tropfstelle im Gebäude. BauNetz Wissen beschreibt den Ablauf so: „Nachdem die gesamte Dachfläche mit Wasser benetzt wurde, sendet der Impulsgenerator einen 40 V Gleichstromimpuls über die Ringleitung auf die Abdichtungsbahn.“ Wo die Abdichtung offen ist, fließt der Strom ab, und die Fehlstelle lässt sich eingrenzen.

Das Verfahren ist zerstörungsfrei, funktioniert auch auf begrünten Flachdächern und hat eine wichtige Einschränkung: Es prüft nur die wasserführende Ebene. Was darunter passiert, sieht es nicht.

Daneben stehen weitere Verfahren, die BauNetz Wissen aufführt und die jeweils ihre eigenen Voraussetzungen haben: das DC-Funkenschlagverfahren, die Nahtprüfung mit Vakuum, das Rauchgasverfahren, das Tracergasverfahren, die Radiometrie und die Wasserprobe. Welches davon passt, hängt vom Aufbau, vom Belag und davon ab, ob die Fläche geflutet werden darf.

Am Ende steht in vielen Fällen trotzdem eine Bauteilöffnung, also eine Kernbohrung oder ein Schnitt in der Abdichtung. Sie ist das einzige Verfahren, das den Aufbau und den Durchfeuchtungsgrad wirklich beweist, und sie ist zerstörend. Umso wichtiger ist, dass sie an der richtigen Stelle sitzt.

Was wir machen, und was wir nicht machen

In eigener Sache und deshalb deutlich: Wir liefern die thermografische Flächenaufnahme aus der Luft, radiometrisch, mit Auswertung und Kartierung der auffälligen Bereiche. Das ist der erste Schritt, und es ist der Schritt, der aus einem diffusen Verdacht eine Zahl macht.

Was wir nicht anbieten: Elektroimpuls, Rauchgas, Tracergas, Flutung, Bauteilöffnung und die Sanierung selbst. Das machen Leckortungs-Fachbetriebe und Dachdecker, und es ist gut so, dass wir das nicht in Personalunion tun: Wer den Schaden misst und ihn zugleich repariert, hat ein Interesse an seiner Größe.

Praktisch heißt das: Sie bekommen von uns eine Karte mit markierten Feldern und Temperaturwerten. Damit geht Ihr Dachdecker gezielt an zwei Stellen statt an zwölf.

Die Reihenfolge, die Zeit und Geld spart

Erstens das Schadensbild sichern: Wo tropft es, seit wann, bei welchem Wetter, und Fotos von innen. Zweitens die Fläche thermografieren, um die betroffenen Bereiche und ihre Größe zu kennen. Drittens die punktuelle Ortung im markierten Bereich, durch den Fachbetrieb. Viertens die Sanierung, deren Umfang sich jetzt aus einer Fläche ergibt und nicht aus einer Schätzung. Fünftens, wo es sich lohnt, eine Nachkontrolle im Folgejahr.

Wer diese Reihenfolge umdreht und mit der Bauteilöffnung anfängt, öffnet an der Tropfstelle. Und die liegt, wie oben beschrieben, meistens nicht dort, wo das Loch ist.

Was Sie für den Termin bereithalten sollten

Den Dachaufbau, soweit bekannt: Warmdach, Umkehrdach, Kies, Begrünung, Alter der Abdichtung, letzte Sanierung. Die Lage der Tropfstellen im Gebäude, gern auf einem Grundriss markiert. Die Dachfläche in Quadratmetern. Und die Frage, ob eine Versicherung beteiligt ist, weil das die Anforderungen an die Dokumentation verändert.

Den Termin legen wir wetterabhängig auf den Abend, meist mit ein bis zwei Tagen Vorlauf. Warum wir bei Wind und Regen absagen und wie kurzfristig wir bestätigen, steht in einem eigenen Beitrag.

Häufige Fragen

Findet die Thermografie das Leck im Flachdach?

Nein. Sie findet die durchfeuchteten Bereiche der Dämmung und deren Ausdehnung. BauNetz Wissen führt sie ausdrücklich als Verfahren ohne punktuelle Leckageortung. Die genaue Fehlstelle findet danach etwa das Elektroimpulsverfahren.

Wann kann ein Flachdach thermografiert werden?

Nach einem sonnigen Tag, in den Stunden nach Sonnenuntergang, bei trockener Oberfläche und wenig Wind. Regen, Tau, stehendes Wasser und Wind gleichen die Temperaturen aus und machen die Aufnahme wertlos.

Funktioniert das auch bei Kies oder Gründach?

Nur eingeschränkt. Eine dicke Kiesschüttung oder eine Begrünung liegt als eigene Masse über der Dämmung und verwischt das Signal, beim Umkehrdach kehrt sich die Logik um. Ob Ihr Aufbau geeignet ist, klären wir vor dem Termin.

Warum nicht gleich aufmachen und nachsehen?

Weil die Tropfstelle im Gebäude selten unter dem Loch liegt. Wasser läuft auf der Abdichtung und in der Dämmebene weiter. Eine Bauteilöffnung ohne vorherige Ortung trifft meistens die falsche Stelle und ist trotzdem zerstörend.

Quellen und Stand

Stand dieses Beitrags: 6. September 2026. Rechtsangaben und Preise ändern sich; vor einer Entscheidung lohnt der Blick in die jeweils gültige Fassung.

Weiter: Gebäudethermografie: wann sie etwas zeigt · Dachinspektion mit der Drohne · Warum Wind und Regen den Termin verschieben · Thermografie: Ablauf und Ergebnis · Dach prüfen lassen

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