Was der Hersteller erlaubt und was das Recht verlangt
DJI nennt für die Mavic 4 Pro eine maximale Windwiderstandsfähigkeit von 12 Metern je Sekunde, eine Betriebstemperatur von minus 10 bis 40 Grad und keine Schutzart gegen Wasser. Das Gerät ist nicht regenfest, und es steht auch nirgends, dass es das wäre.
Das Recht setzt darüber eine zweite Grenze. UAS.OPEN.060 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 verpflichtet den Fernpiloten, sich vor jedem Flug zu vergewissern, dass das Gerät in einem sicheren Zustand ist und die Umgebung zu den Betriebsgrenzen passt. Artikel 4 verlangt zudem direkten Sichtkontakt zur Drohne während des ganzen Flugs und höchstens 120 Meter Abstand zum Boden. Nebel oder tief hängende Wolken beenden damit den Flug, unabhängig vom Wind.
Die Beaufort-Skala aus Sicht der Kamera
Wettervorhersagen nennen Windstärken, Hersteller nennen Meter je Sekunde. Die Tabelle des Deutschen Wetterdienstes bringt beides zusammen, und wir haben daneben geschrieben, was das für eine Aufnahme heißt.
Windstärke 3, schwache Brise, 3,4 bis 5,4 Meter je Sekunde (12 bis 19 km/h): Für Fotos und Video unkritisch. Für Thermografie an Photovoltaik liegt hier unsere Grenze. Die Norm IEC TS 62446-3 verlangt wenig Wind, wir setzen die Grenze bei 4 Metern je Sekunde an, weil Wind die Module kühlt und Fehlerbilder verwischt.
Windstärke 4, mäßiger Wind, 5,5 bis 7,9 Meter je Sekunde (20 bis 28 km/h): Fotos und Video sind möglich, die Drohne gleicht den Wind aus, Schwenks werden etwas kürzer geplant.
Windstärke 5, frischer Wind, 8,0 bis 10,7 Meter je Sekunde (29 bis 38 km/h): Fotos gehen noch, lange ruhige Kamerafahrten werden unsicher, weil Böen sichtbar werden. Die Flugzeit sinkt, weil das Gerät gegen den Wind arbeitet. Ob wir fliegen, entscheidet vor Ort die Böe, nicht die Vorhersage.
Windstärke 6, starker Wind, 10,8 bis 13,8 Meter je Sekunde (39 bis 49 km/h): Die Herstellergrenze von 12 Metern je Sekunde liegt mitten in dieser Stufe. Für Auftragsflüge ist hier Schluss, und zwar vor der Grenze, nicht an ihr.
Zwei Dinge, die in keiner Tabelle stehen: Böen liegen deutlich über dem Mittelwind, den die Vorhersage nennt, und in 100 Metern Höhe weht es stärker als am Boden. Wir messen deshalb am Startplatz und schauen auf die Böenvorhersage, nicht auf den Mittelwert.
Regen, Nebel, Kälte, Hitze
Regen: kein Flug. Ohne Schutzart ist jeder Tropfen im Motor oder auf dem Sensor ein Risiko für das Gerät und für das Bild. Nieselregen sieht harmlos aus und ist es nicht, weil Tropfen auf der Frontlinse jede Aufnahme unbrauchbar machen.
Nebel und tiefe Wolken: kein Flug, aus Rechtsgründen. Der Sichtkontakt zur Drohne ist Pflicht, und die Kamera sähe ohnehin nur Grau.
Kälte: Unter dem Gefrierpunkt liefern Akkus weniger Leistung, die Flugzeit sinkt spürbar. Akkus gehören dann vorgewärmt in die Luft, die Etappen werden kürzer. Unter minus 10 Grad bleibt das Gerät am Boden.
Hitze und Sonne: Für Fotos ist die hohe Mittagssonne das schlechtere Licht, für Thermografie ist sie Voraussetzung: mindestens 600 Watt je Quadratmeter Einstrahlung in der Modulebene und ein weitgehend wolkenfreier Himmel, sonst zeigt das Wärmebild nichts, was sich beurteilen ließe.
Warum eine Verschiebung meist die günstigere Entscheidung ist
Ein Flug im Grenzbereich liefert Material, das niemand verwenden will: verwackelte Schwenks, Tropfen im Bild, ein Wärmebild ohne Aussage. Dann steht der zweite Termin ohnehin an, nur mit einem unbrauchbaren ersten davor. Verschieben ist deshalb keine Vorsicht, sondern Kalkulation.
Damit das nicht zur Hängepartie wird, arbeiten wir mit Zeitfenstern statt festen Tagen: Thermografie legen wir wetterabhängig und kurzfristig, und am Tag vorher sagen wir zu oder ab. Am Set stehen zwei einsatzbereite Systeme, damit ein gutes Wetterfenster nicht an der Technik scheitert.
Was Sie als Auftraggeber tun können
Nennen Sie uns einen Zeitraum statt eines Datums, und sagen Sie, ob der Vormittag geht: Der Wind nimmt über den Tag meist zu, die ruhigsten Stunden liegen morgens. Planen Sie für Foto- und Filmtermine einen Ausweichtag gleich mit. Und wenn ein Termin nicht verschiebbar ist, etwa ein Richtfest oder ein Firmenlauf, sagen Sie das früh. Dann planen wir den Ersatz, bevor er nötig wird.
Häufige Fragen
Bei welcher Windstärke kann eine Drohne noch fliegen?
Das hängt vom Gerät ab. Unsere DJI Mavic 4 Pro ist laut Hersteller bis 12 Meter je Sekunde beständig, das entspricht Windstärke 6. Ruhige Videoaufnahmen enden früher, Thermografie an Photovoltaik bei 4 Metern je Sekunde.
Kann eine Drohne bei Regen fliegen?
Unsere nicht. Die Mavic 4 Pro hat keine Schutzart gegen Wasser. Wir fliegen weder bei Regen noch bei Nieselregen, weil Tropfen auf der Linse jede Aufnahme unbrauchbar machen.
Warum wird bei Nebel nicht geflogen?
Weil die Verordnung (EU) 2019/947 direkten Sichtkontakt zur Drohne verlangt. Bei Nebel ist der nicht gegeben, und die Kamera sähe ohnehin nur Grau.
Wie kurzfristig wird ein Termin bestätigt?
Am Tag vorher, anhand der Böenvorhersage. Thermografie-Termine legen wir grundsätzlich wetterabhängig und kurzfristig; für Foto und Film lohnt ein Ausweichtag, den wir gleich mit einplanen.
Quellen und Stand
Stand dieses Beitrags: 5. September 2026. Rechtsangaben und Preise ändern sich; vor einer Entscheidung lohnt der Blick in die jeweils gültige Fassung.
- DJI, Technische Daten Mavic 4 Pro (Windwiderstandsfähigkeit, Betriebstemperatur)
- Deutscher Wetterdienst, Wetterlexikon: Beaufort-Skala
- Durchführungsverordnung (EU) 2019/947, Artikel 4 und UAS.OPEN.060 (Pflichten des Fernpiloten)
- IEC TS 62446-3:2017, Abschnitt 5.3 mit Tabelle 3 (Bedingungen für Thermografie an Photovoltaikanlagen)

